Type for Democracy
Heute ist Internationaler Holocaust-Gedenktag! Als meine Großmutter noch lebte, habe ich sie einmal gefragt, ob sie gesehen habe, wie die Jüdinnen und Juden aus der Stadt geholt wurden. Ja, sagte sie, an einem einzigen Tag hätten sie alle Juden aus ihrer Straße auf einen Lastwagen verladen – hinten auf die Ladefläche – und einfach weggebracht. „Aber Oma Anna, was habt ihr denn gemacht?“, fragte ich. Sie erzählte mir, es sei furchtbar gewesen zuzusehen, aber sie hätten nichts tun können. Es sei so angeordnet gewesen und alle hätten gedacht: „Das wird schon richtig sein.“ Ich war schockiert.
Heute spricht man wieder davon, Menschen abzuschieben – nur in „freundlicherer“ Sprache. In Amerika werden Menschen, die seit Jahrzehnten im Land arbeiten und Steuern zahlen, über Nacht abgeschoben. Ein solch brutales und herzloses Vorgehen verstößt nicht nur gegen die Menschenwürde, sondern zerstört Familien, Systeme und Strukturen im eigenen Land. Die blaue rechtsextreme Partei hat in Deutschland Ähnliches vor.
Dieser Beitrag ist der vierte einer Serie #typefordemocracy, die sich nicht nur an Typograf*innen, sondern an alle Designbegeisterten richtet. Die Schrift in diesem Beitrag basiert auf einer typografischen Übung, die ich in meinem Kurs Typografie Basics durchführe. Ich nenne sie „Monospaced Font“. Diese experimentelle Aufgabe zielt darauf ab, ein Alphabet ausgehend von einer Grundform zu entwickeln. Nach dieser Form haben alle Buchstaben die gleiche Zeichenbreite. Die Glyphen entstehen durch das „Ausstanzen“ einfacher geometrischer Formen wie Kreise, Halbkreise, Punkte, Linien usw. Bei der Schriftentwicklung liegt der Fokus besonders auf den Negativformen der Buchstaben. Die Buchstaben können anschließend systematisch in einem Raster angeordnet werden.
📣 Mach mit: Teile deine Schriftentwürfe – fertig oder unfertig – in der gezeigten Titelzeile und mit dem Hashtag #typefordemocracy. Teile auch, was dich inspiriert hat. Lasst uns mit dieser Aktion gemeinsam ein Zeichen setzen! Demokratie ist keine Meinung, sondern ein Grundrecht, das im deutschen Grundgesetz verankert ist. Also: Geht wählen. Wählt demokratisch!