Type for Democracy!
Seit der Antike – von den Schreibern der Pharaonen bis zum Romain du Roi der Neuzeit (um nur zwei Beispiele zu nennen) – wurde Schrift auch als Mittel zur Machtsicherung eingesetzt. Sie diente dazu, Einfluss zu festigen, Ideologien zu verbreiten und war ein Instrument, das Machtstrukturen zementierte.
Die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg machte Lesen und Schreiben einem breiteren Publikum zugänglich. Dennoch blieb die Welt der Typografie sehr, sehr lange von Männern dominiert und eurozentrisch geprägt.
Die Werke weiblicher Schriftgestalterinnen wurden in der Designgeschichte weitgehend vernachlässigt und verschwanden häufig in der Bedeutungslosigkeit. Wer tief in die „Lines of Type“ der typografischen Entwicklung blickt, entdeckt jedoch beeindruckende typografische Schätze und Geschichten von Schriftgestalterinnen, die in letzter Zeit zunehmend ans Licht gebracht werden.
Dieser Beitrag ist der zweite einer Reihe #typefordemocracy, die sich an Typograf*innen und alle Designbegeisterten richtet.
Dieses Mal ist meine Schrift wie folgt entstanden: Ich konnte in jener Nacht nicht schlafen, weil der Blonde mit dem orangenen Gesicht nun wieder US-Präsident ist. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und entwarf Buchstaben – das beruhigt mich in solchen Situationen. Heraus kam eine Schrift, die aus vielen Gender-Sternchen besteht. Gendern ist hier in Deutschland ein großes Thema und es wird viel darüber diskutiert, dabei geht es nur um ein kleines Sternchen. Die Basis ist Arial Bold Italic. Da ich weiß, dass Arial von einer Frau (Patricia Saunders) mitgestaltet wurde, liebe ich diese Schrift. Nun hat Frau W. von der Blauen Partei angekündigt, dass sie das Gendern an Universitäten verbieten will, wenn sie an die Macht kommt. Das können wir nicht hinnehmen.
Als Gestalter*innen haben wir die Verantwortung, zur Demokratisierung der Schriftkultur und Typografie beizutragen und vielfältiges, inklusives Design zu fördern.
📣 Macht mit: Teilt eure Schriftgestaltungen – fertig oder unfertig – mit der Überschrift „Type for Democracy“ und dem Hashtag #typefordemocracy. Erzählt auch, was euch inspiriert hat. Lasst diesen „typografischen Kettenbrief“ weiter wachsen und gemeinsam ein Zeichen setzen!
Demokratie ist keine Meinung, sondern ein Grundrecht, das im deutschen Grundgesetz verankert ist. Also: Geht wählen. Wählt demokratisch!